Überschreitung Rimpfischhorn 4198m Nordgrat-Südwestgrat   

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Da der Wetterbericht ein Tief für die nächsten Tage ansagt, wird die geplante Täschhorn-Domüberschreitung wohl nichts. Einzige Möglichkeit für einen höheren Berg ohne vorherige Hüttenbesteigung, wäre das Rimpfischhorn von der Täschalp aus. Das sind dann zwar mehr als 2000 Hm und ein schwerer Grat, aber es gibt keine Alternative. Also heißt es wieder früh aufstehen und um 4:00 Uhr starten wir mit dem Auto von Täsch zur Täschalp. Um 4:50 Uhr laufen wir dann im Dunkeln mit der Stirnlampe in Richtung Täschhütte los. Es wird dann recht schnell hell und wir kommen gut voran. Es geht stetig bergauf und wir steigen zu einem Moränenrücken unterhalb von Alphubel und Allalinhorn. Am Gletscher ziehen wir die Steigeisen an und weiter geht es. Das Rimpfischhorn kommt so langsam in Sicht und der Weg bis dorthin scheint nicht mehr so weit zu sein. Dann aber die Ernüchterung, wir müssen noch einmal ca. 150 Hm absteigen, bevor es zum Allalinpaß über den Gletscher geht. Wir erreichen dann den Allalinpaß um 9:00 Uhr. Das letzte Stück bis zum Felsgrat geht über einen ziemlich steilen Schneerücken. Um 10:00 Uhr haben wir dann den Felsgrat erreicht und stehen vor dem Gr. Gendarm.

Blick auf den Nordgrat beim Zustieg
steiler Schlussteil zum Grat
Beginn des Felsgrats


Da zwischenzeitlich schon einige Quellwolken aufgezogen sind, entschließen wir uns den Gr. Gendarm auf der linken Seite zu umgehen. Zuerst geht es ziemlich brüchig nach unten, dann aber recht gut um den Gr. Gendarm herum. Wieder am Grat werden die nächsten größeren Türme direkt überklettert. Da kommt dann Freude auf, denn der Fels ist fest, griffig und trocken. Beim Abstieg vom dritten Turm steigt der Adrenalinspiegel noch einmal an. Es kommt eine Abkletterstelle (III) die total ausgesetzt ist. Wir beschliessen eine Abseilstelle einzurichten und kommen dann auch ohne Probleme weiter. Der Grat erweist sich als ziemlich lang, der Gipfel kommt nur sehr langsam näher. Die letzten beiden Türme werden ebenfalls direkt überklettert, die im Führer beschriebenen Firngrate sind nicht mehr vorhanden. Es geht dann sehr ausgesetzt über einen Hanglgrat und zum letzten Aufschwung vor dem Gipfel. Das ist die Schlüsselstelle (III). Aber auch die meistern wir und stehen um 13:10 Uhr nach 2300 Hm glücklich auf dem Gipfel.

die Gr. Gendarm
Blick auf den Restgrat
unterwegs am Grat
unterwegs am Grat
Hangelstelle am Grat
Schlüsselstelle kurz vor dem Gipfel
glücklich am Gipfel
   


Wir geniessen dann den Ausblick vom Gipfel und starten um 13:40 Uhr zum Abstieg über den Normalweg. An den schwierigeren Stellen sind Abseilstellen eingerichtet und so kommen wir ganz gut voran. Im Schnee angekommen müssen wir feststellen, daß dieser sehr tief und weich ist. So sinken wir dann immer wieder bis zur Hüfte ein. Der Abstieg zieht sich dann ewig hin, 2300 Hm müssen halt erst mal abgestiegen werden. Die Wolken haben sich zwischenzeitlich auch schon bedrohlich verdichtet und 10 Min. vor dem Parkplatz fängt es noch an zu donnern. Wir erreichen dann das Auto um 18:20 Uhr und sind kaum eingestiegen, als es auch schon anfängt zu regnen.

im Abstieg
die Tour hinterläßt ihre Spuren
...


Aufstieg: 2300Hm, 8:20 Std., Abstieg: 2300Hm, 4:40 Std., Gesamt: 13:30 Std.

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